• Märchenbuch
    ONCE UPON A WINE – Weinmärchen aus dem Vulkanland
  • Es begann ..
    Es begann alles in einem Reich längst erloschener Vulkane und saftiger Weingärten, als einst sechs Mädchen das Licht der Welt erblickten. Sie träumten – wie alle Mädchen – davon, als Prinzessinnen in einem Märchen zu leben.

    Als sie erwachsen waren, wurde ihnen klar, dass Träume nicht geträumt, sondern gelebt werden sollen! Also begannen die sechs Frauen ihr eigenes Märchen zu leben, indem sie durch das Ausüben ihres Traumberufes ihr Happy End selbst in die Hände genommen haben.
  • Claudia
    CLAUDIA FISCHER
    ROTWEINkäppchen
    Es war einmal ein kleines, süßes Mädchen namens ROTWEINkäppchen, das hatte jedermann lieb, am allerliebsten aber ihre Großmutter. Als die Großmutter eines Tages erkrankt war, machte sich das Mädchen auf, um sie zu besuchen. ROTWEINkäppchen packte sorgsam ein Körbchen mit frischem Kuchen und feinem Wein zusammen, damit sich die geschwächte Großmutter daran laben konnte. Auf dem Weg durch den Wald begegnete sie aber dem Wolf, der sie sogleich als leckeren Frühstückshappen verzehren wollte. Doch ROTWEINkäppchen entgegnete ihm mit einer List:
    Sie erzählte ihm von einem wundersamen Rebensaft, den die Menschen zu trinken pflegten und der jedes Leben genüsslich mache. Der Wolf war angetan von ROTWEINkäppchens Schwärmerei und fragte, woher er dieses edle Gesöff denn bekäme. Sogleich holte ROTWEINkäppchen eine Weinflasche aus ihrem Körbchen und schenkte ihm das kostbare Gut. Als der Wolf probiert hatte, überkam ihn pure Begeisterung. Von diesem Tag an wartete er immer geduldig darauf, dass ROTWEINkäppchen seine Großmutter besuchte und kaufte dem Mädchen eine Flasche von dem köstlichen Trank ab.
  • Anne
    ANNE GRIEßBACHER
    CHARDONEEwittchen
    Hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen lebte einst die steirische Weinkönigin, versteckt vor ihren Neidern, die nicht wollten, dass ein junges Mädchen sich um ausgezeichnete Weine bemühte. Jeden Tag kümmerte sich die Weinkönigin CHARDONEEwittchen um die sieben Zwerge und kelterte ihnen vorzüglichen Rebensaft. Doch als ihre Feinde von einem verzauberten Spiegel erfuhren, dass CHARDONEEwittchens Wein nach wie vor unübertroffen war, entsandten sie eine alte Frau, die ihr einen in Gift getauchten Apfel anbot. CHARDONEEwittchen nahm den Apfel dankbar an, doch als sie gerade hineinbeißen wollte, erblickte sie ihre jüngst geernteten Trauben. Alsbald war der Apfel vergessen und CHARDONEEwittchen war nach dem Genuss ihrer kräftigen Trauben erfüllt mit feinen Rezepturen für den kommenden Jahrgang. Sie entschied auch, sich nicht mehr vor ihren Neidern zu verstecken und trug ihre Weine in die Welt hinaus.
  • Beatrix
    BEATRIX LAMPRECHT
    WINZERIN auf der TRAUBE
    Vor gar nicht allzu langer Zeit gab es ein Mädchen, das behauptete, Weinbäuerin zu sein. Doch niemand wollte ihr Glauben schenken. So sehr sie sich auch bemühte und tüchtig bei der Arbeit der Weinbauern half, alle wollten sie – so wie es für Mädchen üblich war – lieber bei den Köchen in der Küche wissen. »Wir werden schon erfahren, ob du eine Weinbäuerin bist«, dachte die alte Königin. Sie ging in die Schlafkammer hinein, nahm alles Bettzeug ab und legte eine Traube auf den Boden der Bettstelle. Dann nahm sie zwanzig Matratzen und Decken und legte sie auf die Traube. Hier sollte nun das Mädchen die ganze Nacht über liegen. Am Morgen wurde sie gefragt, wie sie geschlafen hätte. »Oh, entsetzlich schlecht!« sagte das Mädchen. »Ich habe auf etwas Hartem gelegen, so dass ich am ganzen Körper grün und blau bin!«

    Daran konnte man erkennen, dass sie eine wirkliche Winzerin war, weil sie durch die zwanzig Matratzen und Decken die Traube gespürt hatte. So feinfühlig konnte niemand sein – außer einer echten Winzerin. Von da an wurde sie nur noch »Winzerin auf der Traube« genannt.
  • Kathrin
    KATHRIN SEIDL
    WEINPUTTEl
    Eines wunderschönen Abends – der Mond schimmerte silbern auf die Blätter der Weinreben – gab es im Vulkanland ein rauschendes Fest, bei dem die besten Winzer des Landes auserkoren werden sollten. Auch WEINPUTTEl wollte unbedingt beim Tanz dabei sein, doch sie stapfte den ganzen Tag mit bloßen Füßen ihre Weintrauben zu Saft und so war ihre Haut durch und durch von der Farbe der Trauben gefärbt. Trotz allem schrubbte sie ihre Füße sauber, schlüpfte in ihr hübschestes Kleid, packte eine Kiste ihres besten Weines zusammen und eilte hurtig zum Fest. Dort präsentierte sie ihre Schätze und alle wollten wissen woher denn dieses Mädchen mit dem köstlichen Wein stammte. Doch WEINPUTTEl hatte es eilig und verließ fünf vor zwölf den Saal, da sie punktum Mitternacht zu Hause in der Buschenschenke sein sollte, um dort ihre Arbeit zu verrichten. Da ihre Füße aber immer noch mit Seifenwasser benetzt waren, verlor sie in der Hast ihren Schuh. Nur so konnten die Gäste auf der Veranstaltung das geheimnisvoll, fleißige Mädchen mit den guten Weinen ausfindig machen und besuchten sie von da an immer in ihrer Buschenschenke, um sich von WEINPUTTEls Köstlichkeiten verwöhnen zu lassen.
  • Sigrid
    SIGRID SORGER
    REBunzel
    In einem hohen Turm wurde einst ein Mädchen namens REBunzel von einer Zaubersfrau gefangen gehalten. Die Zauberin wusste nämlich, dass REBunzel die kostbare Fähigkeit besaß, edle Weine herzustellen und wollte dieses begabte, junge Geschöpf mit niemandem teilen. Jeden Tag besuchte die alte Frau das Mädchen in ihrem Turm und rief: »REBunzel, lass dein Haar herunter!« um an ihrem lang gewachsenen Zopf nach oben zu gelangen und all die edlen Tropfen, die im Turm kredenzt wurden, zu probieren. REBunzel sehnte sich jedoch nach draußen und träumte von den Weingärten, die sie aus der Ferne erblicken konnte.

    Doch eines Tages hatte REBunzel eine Idee und sähte die Wein-Samen zum Fenster hinaus. Sie war ein geduldiges Kind und wartete darauf, dass die Weinhecke zu ihr herauf wachsen würde. Durch ihre Beharrlichkeit und ihren Ehrgeiz konnte sie nach langer Zeit mit Hilfe der Reben durch das Turmfenster fliehen und fortan glücklich – inmitten der Natur – bis an ihr Lebensende ihrer Leidenschaft als Winzerin nachgehen.
  • Bettina
    BETTINA TOMASCHITZ
    WEINröschen
    Als sich eines Morgens in einem verträumten Kellerstöckel das Licht durch den dichten Wuchs der Weinhecken drängte, schlief in einem Bett – süß und fein – ein Mädchen. Das Mädchen wurde WEINröschen genannt und war von einer bösen Fee zu einem hundertjährigen Schlaf verwunschen worden. Nur durch einen sanften Kuss auf ihre Lippen konnte der Fluch gelöst werden. Doch als an diesem Tag die Sonne auf die reifen Traubenbeeren und die rankenden Rosen schien, duftete es, wie es noch nie zuvor geduftet hatte. WEINröschen spürte den süßen Traubentau auf ihren Lippen und vernahm den betörenden Duft der Rosen. Alsgleich öffnete sie ihre Augen und wusste auf der Stelle, dass es Zeit war, ihr Bett zu verlassen. Von da an war ihr Herz nicht nur dem Klöcher Traminer – dem Wein mit dem Duft der Rose – sondern auch all den anderen Weinen verfallen, die sie von da an kredenzte.

die Weinblüten

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(043) 664 78 10 175
Kathrin Seidl - Obfrau
Frutten 22
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